Gartentipps für Januar 2026

Wie bei den Bienen leben auch bei den Wespen nur die wenigsten Arten in größeren Gemein­schaften. Von den circa sieben­hun­dert in Deutschland hei­mischen Wes­pen­arten leben nur zwölf in Staaten, wäh­rend alle ande­ren eine solitäre Le­bens­weise bevor­zu­gen und in erstaunlicher Vielfalt auch in unserem Verein zu finden sind. Mit ihren zwei gelben Streifen auf dem schwarzen Hinterleib leicht erkennbar ist die Borstige Dolch­wes­pe. Diese vor allem im Mittel­meer­raum be­hei­ma­tete und in Deutschland ei­gent­lich nur selten an­zu­treffende Art pro­fitiert zum einen vom Klimawandel und zum anderen von der gerade in Klein­gar­tenanlagen mit ihren großen Ro­sen­käferpopulationen optimalen Er­­näh­­rungslage. Die Wespen sind Blü­ten­besucher mit einer großen Vor­liebe für blaue Blüten, während die Lar­­ven sich parasitisch von Rosen­käferengerlingen ernäh­ren. Nach der Paarung spürt das Weib­chen ei­nen Engerling mithilfe ihres Geruch­sinns im Boden (meist im Kompost­haufen) auf, gräbt sich zu ihm durch und be­täubt ihn mit einem Stich. Anschlie­ßend erfolgt die Eiablage auf den En­gerling, der jetzt von der sich ent­wickelnden Larve ausgesaugt und auf­­ge­fressen wird. Die Larve über­win­tert in ihrem Kokon an Ort und Stelle, um dann anschließend im späten Frühjahr nach der Verpuppung zu schlüp­fen. Ebenfalls schwarz­gelb und zudem durch den auf­­fallend großen Kopf leicht zu iden­ti­fizieren, ist der zu den Grabwespen gehörende Bienen­wolf. Wie schon der Name andeutet, er­nähren sich die Lar­ven des Bienen­wolfs von Honigbienen (nicht von Wild­bienen!), die von den Weibchen nach dem Anlegen der bis zu einem Me­ter langen Niströhre beim Blüten­besuch überwältigt und an­schlie­ßend nach einem kurzen Kampf mit einem Stich betäubt werden. Am Ende der Niströhre befinden sich die Brutkam­mern, die mit jeweils einem Ei und mehreren betäubten Honigbienen als Proviant bestückt werden. Damit die eingelagerten Honigbienen nicht ver­derben, werden sie von den Bienen­wolf­weibchen mit die Schimmel­bil­dung verhindernden Sekreten abge­leckt, zudem wird die Brutzelle mit an­ti­biotischen Stoffen imprägniert. Die Lar­ven schlüpfen in der Regel Ende Mai, nachdem sie als Puppe über­win­tert haben. Bienenwölfe legen ihr Nest in sandigem oder leicht lehmigem Bo­den an, der höchstens locker bewach­sen sein sollte – also ähnliche Be­din­gun­gen, wie sie auch von boden­brü­tenden Wildbienen benötigt werden. Die meisten Grabwespenarten ernäh­ren ihre Larven mit einer bestimmten Beu­teart, die sich dann oft schon im Na­men findet: Beim Stahlblauen Gril­len­jäger oder der Heuschrecken­sand­wespe werden die Larven mit Grillen und Schrecken verproviantiert. Der Gril­lenjäger legt seine Eier übrigens nicht in den Boden, sondern nützt zur Nestanlage überirdische Hohlräume wie zum Beispiel Schilfhalme oder auch Nisthilfen für Wildbienen.

Jeder Bo­den profitiert von re­gel­mä­ßi­gen Kompostgaben, wo­bei die tat­säch­lich nötigen Mengen leicht über­schätzt wer­den: Abhängig von der Be­schaf­fenheit des Bodens sind für die Frühjahrsdüngung 3 bis 5 Liter Kom­post pro Quadratmeter aus­rei­chend. Bei Starkzehrern wie Kohl und Kar­toffeln empfiehlt sich eine zweite Gabe im Laufe des Sommers. Bei leichten Böden verbessert eine Zu­ga­be von Bentonit, ein natürlich vor­kom­mendes Gestein, das aus einer Mischung verschiedener Tonmine­ra­lien besteht,  die Wasser­spei­cher­fä­hig­­­keit.­

Saatgut, das in der letzten Saison nicht verbraucht wurde, kann jetzt auf seine Keimfähigkeit überprüft wer­­den. Dazu bracht man lediglich saug­fä­higes Pa­pier sowie einen tie­fen Tel­ler. Das Papier wird ange­feuchtet und in den Teller gelegt, an­schlie­s­send zählt man eine Pro­be des zu tes­tenden Saat­guts ab – 50 oder 100 sind gute Zahlen, da man hier leicht die ent­­spre­chenden Prozente er­rech­­nen kann – und verteilt sie auf dem Papier. Um die Feuch­­tig­keit zu halten und da­mit die Kei­mung zu er­leichtern, spannt man eine Folie über den Teller und lässt das ganze vierzehn Tage bei Zim­mer­tem­peratur stehen. Dann zählt man die aufge­gangenen Sa­men und errechnet den Pro­zent­anteil. Er­gibt sich eine Keim­fähigkeit von weni­ger als 50 %, schmeißt man das Sa­men­­tütchen besser weg, bei einem Er­gebnis bis zu 75 % er­höht man entspre­chend die auf der Packung ange­gebene Aus­saat­menge.

Der Winter ist die ideale Zeit zur An­lage eines Hü­gelbeets. Der Platz­bedarf be­trägt etwa zwei Meter mal vier Meter. Zur optimalen Besonnung soll­te das Beet in Nord-Süd-Richtung ver­laufen. Als „Fundament“ dient eine spa­tentiefe Mulde, in der als unter­ste etwa fünfzig Zentimeter dicke Schicht  der gut zerkle­i­nerte winter­liche Baum­schnitt dicht aufgeschichtet wird. Da­rauf folgt eine Ab­deckung aus Stau­den­re­sten, Gras­­schnitt, Laub, Ra­sen­soden oder Stroh. Die nächste Schicht besteht aus halb­verrottetem Roh­kom­post, gefolgt von einer Deckschicht aus reifem Kom­post und Gartenerde. Die endgültige Höhe be­trägt circa einen Meter. Auf dem Schei­tel sollte zur bes­seren Bewässerung ei­ne Rin­ne geformt werden. Der Vorteil ei­nes Hü­gelbeets be­steht in der schnelleren Er­wär­mung im Frühjahr und der grö­ße­ren Menge an Nähr­stof­fen, die den Pflanzen zur Verfügung stehen. Im Prinzip handelt es sich um ei­nen be­pflanzten Kompost­hau­fen, der sich im Laufe der Zeit von selbst auflöst. Pflan­­zen mit hohem Nährstoff- und Wär­me­bedarf wie Gur­ken, Papri­ka oder Melonen können von dieser Anlage pro­fitieren. Anders als beim Hochbeet ist für ein Hügelbeet keine permanente Struktur erforderlich.


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