Gartentipps für Oktober 2026

In diesem Monat geht es um die ver­schiedenen Arten der Zicho­ri­en­salate, also Endivie, Chi­corée, Ra­di­cchio und noch einige andere. Trotz des un­terschiedlichen Aussehens handelt es sich bei allen um die gleiche Art, deren Stam­m­­mutter die als Heil­pflanze und Kaf­fee­ersatz (Muckefuck) genutz­te Ge­meine Wegwarte mit ihren schö­nen himmel­blauen Blüten ist. Die aus­dau­ernde krautige Pflanze ist in Eu­ropa, Westasien und Nordwest­afri­ka hei­misch und wird schon sehr lange sowohl zu kulinarischen als auch zu medizinischen Zwecken genutzt. Sie wird als Mittel zur Ap­petit­anregung sowie bei Leber- und Gallebe­schwer­den eingesetzt und wirkt zudem harn­treibend und ent­zündungshemmend. Die Wur­zeln der Wegwarte enthalten das als prä­­bi­otischer Nahrungsmittel­­zu­­­satz (zum Beispiel in Joghurt) ver­wen­­dete Inulin. Mindestens seit der Antike wird die Endivie auch als Ge­mü­se, beziehungsweise Salat ver­­zehrt. Allein von der Endivie existieren zwei unter­schiedliche Kul­­­turformen: zum ei­nen der groß­blättrige, glatt­ran­dige Eskariol, zum an­de­ren der ge­krau­ste, schlitz­blät­trige Frisée. Alle Zi­cho­ri­en­sa­la­te enthalten den Bit­ter­stoff Lactu­co­pi­krin, der durch Licht­ent­zug ab­ge­baut wird. Wünscht man also ei­nen weniger bitteren Ge­schmack, kann der Salat etwa fünf bis zehn Tage vor der Ernte durch das Auf­setzen einer Bleich­hau­be, er­satz­wie­se eines Suppentel­lers, ge­bleicht wer­den. Als Langtagpflanzen, die im Som­mer zum Schossen nei­gen, werden Endi­vien frühestens ab Ju­ni ausgesät: Sie sind damit ideale Herbst- und Win­tersalate, die dank ihrer Frosthärte auch lange auf dem Beet stehen­bleiben können. Etwas aufwendiger ist die Kultur des Chicorée, der in einem zweistufigen Prozess heran­ge­zogen wird: Die im Oktober geern­teten Wur­zeln werden nach dem Abtrocknen auf dem Beet in einen Kübel gesetzt und an einem dunklen warmen Ort (zum Beispiel in einem Heizungskeller) zum Antreiben auf­ge­stellt. Die ohne Licht­einwirkung her­an­gewachsenen Blatt­schöpfe sind besonders mild im Ge­schmack. At­traktiver als der farblich etwas lang­weilige Chicorée ist der Ra­dic­chio mit seinen roten Blättern und den weißen Blattrippen. Unbe­streit­bar der Schön­ste von allen ist der Ra­dicchio Variegato di Castel­franco: mit crème­­far­be­nen rotgesprenkelten Blät­tern in der Form einer großen Blüte. Die Aussaat erfolgt wie bei der Endivie ab Juni. Da sich die Pflanzen wegen ihrer langen Pfahl­wur­zel nur schlecht ver­pflanzen las­sen, empfiehlt sich die Di­rektsaat. Ganz besonders unkom­pli­ziert sind die sogenannten Blatt­zi­cho­rien, die wie Pflücksalat bereits sechs bis acht Wochen nach der Aussaat geerntet werden können. Sie eignen sich we­gen ihres recht bitteren Ge­schmacks am besten als Bestandteil eines gemischten Salates.

Durch ihre späte Blütezeit sind die Astern mit ihrem reichen Nektar- und Pollenangebot eine wertvolle Bie­nen­weide. Astern gibt es in allen Höhen, sodass sie in praktisch jeder Beet­situation ein­gesetzt werden kön­nen. Die bei­den wichtigsten Grup­pen der hohen Astern sind Glattblatt- und die Rau­blatt­astern. Sie sind wegen ihrer Größe eher für den Beet­hin­ter­grund ge­­eignet. Als Part­ner bieten sich Gräser so­wie andere ebenfalls herbst­blü­hen­de Stauden wie Rud­beckien und Son­nenblumen an, de­ren leuch­ten­des Gelb gut mit den gedämpf­ten Tö­nen der Astern har­moniert. Die nie­dri­gen Kissen­astern sind ide­­ale Pflan­zen für den vorderen Bereich der Ra­batte. Sie werden nor­ma­ler­weise 30 bis 40 Zentimeter hoch und bilden flä­chig gepflanzt ei­nen sehr schönen Beet­­abschluss. Etwas aus dem Rah­men fällt die Teppich-Myrtenaster mit dem Namen Snow­flurry. Sie wird zwar nur etwa zwanzig Zenti­meter hoch, kann dafür aber durch­aus eine Fläche von einem Qua­dratmeter ein­nehmen. Am schönsten wächst sie an Hängen, bezie­hungs­weise über Mau­erkronen, eig­net sich aber auch hervorragend als Boden­decker an sonnigen Stand­orten. Sie ist zur Blüte­zeit über und über bedeckt mit winzi­gen weißen Blüten und zudem extrem anspruchs­los sowie trocken­heits­ver­träglich.

Möhren, Rote Bete, Rettiche, Sel­le­rie, Wurzelpetersilie und Pasti­naken sollten nicht zu früh geerntet werden. Solange das Laub noch grün und le­ben­dig ist, nehmen auch die Wur­zeln noch an Größe zu. Ist Frost an­ge­kündigt, kann mit einem Vlies abge­deckt werden, das man bei stei­gen­den Temperaturen wieder ent­fernt. Kom­plett frosthart sind Pasti­na­ken, die daher (sehr praktisch) auch den gan­zen Winter im Beet verbleiben können. Pastinakensamen verlieren sehr schnell an Keimfähigkeit und sä­en sich am besten selbst aus. Man lässt also einfach ein bis zwei Pflan­zen über Winter stehen und zur Sa­men­reife kommen. So hat man immer ge­nügend Nachkommen, die dann allerdings nicht mehr in einer geraden Reihe stehen, sondern sich et­was un­ordentlich selbst im Beet verteilen.

Auch im Oktober ist es noch nicht zu spät für eine Gründüngung. So ver­mei­det man nackte Beete im Winter und schützt den Boden vor Aus­wa­schung. Am Monatsanfang kann noch Phacelia gesät werden, spä­­ter ist Win­terroggen möglich.

Knoblauch kann jetzt gepflanzt wer­den. Die Zehen werden da­für zwei bis drei Zentimeter tief in nähr­stoff­reichen Boden gesteckt, der Abstand sollte 20 bis 25 cm betra­gen. Kno­b­lauch eignet sich sehr gut für die Mischkultur, wobei insbesondere Erd­­beeren von seiner Nach­­bar­schaft profitieren.


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