Gartentipps für Februar 2026

Auch wenn man sie leicht dafür hal­ten kann, sind Wanzen keine Käfer. Vielmehr bilden sie ihre eigene Un­ter­ordnung innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfe, zu der auch noch die Zikaden und die Pflanzenläuse zäh­len. Trotz großer Unterschiede in Er­scheinung und Lebensweise besitzen alle Schnabelkerfe stechend-saugen­de Mundwerkzeuge. Die meisten Wan­­zen saugen an Pflanzen, es gibt aber auch einige räuberisch lebende Ar­ten, wie zum Beispiel die Bett­wanze, die sich von Blut ernähren. Der Speichel von Wanzen enthält eiweiß­abbauende und damit gewebever­flüssigende En­zy­me, sodass die Nahrung durch den Saugrüssel auf­genommen werden kann. Die gewe­be­zersetzenden Wirk­stoffe des Spei­chels verur­sa­chen auch die typi­schen Schadbilder an den ange­saug­ten Früchten wie Verform­ungen, Verfärbungen und Nekrosen. Zusätzlich können wäh­rend des Saug­vorgangs Pflanzen­krankheiten übertragen werden. Wanzen ent­wickeln sich anders als Käfer ohne Verpuppung über fünf durch Häut­ungen voneinander ge­trennte Nym­phen­stadien vom Em­bryo zum erwachsenen Tier. Mit je­der Häutung wird die Ähnlichkeit zum erwachs­enen Tier größer, so dass man auch von einer graduellen Ent­wicklung spricht. Wanzen zählen da­mit zu den hemimetabolen Insek­ten, die keine vollständige Metamor­pho­se vollzie­hen. Von den weltweit rund vierzig­tausend Wanzenarten sind 889 in Deutschland nachge­wie­sen, davon 720 auch in Sachsen.

Aufgrund ihrer auffälligen rotschwar­zen Warnfärbung und des massen­haf­ten Auftretens nicht zu übersehen, ist die Gemeine Feuerwanze. Die am Boden lebende flugunfähige Art er­nährt sich saugend von herab­ge­falle­nen Linden- beziehungsweise Mal­ven­sa­men und ist daher meistens in größeren Ansammlungen am Fuße von Linden oder unter Malvenge­wäch­sen (zum Beispiel Hibiskussträuchern) anzutreffen. Die Feuerwanze bildet ei­ne Generation im Jahr aus und über­wintert als erwachsenes Tier in Ritzen oder Spalten. Paarung und Eiablage erfolgen erst nach der Überwinterung im April oder Mai. Ein Gelege besteht aus etwa vierzig bis achtzig Eiern, die in kleinen, teilweise selbst gescharrten Höhlungen im Boden abgelegt wer­den. Aus gärtnerischer Sicht ist die Feu­erwanze zwar unschädlich, wird aber eventuell als lästig empfunden. Von Singvögeln wird sie wegen ihres auffälligen Aussehens und des unan­ge­nehmen Geschmacks verschmäht.

Ebenfalls rotschwarz gefärbt, aber nur vereinzelt auftretend, ist die Strei­fenwanze. Sie gehört zu den Ge­win­nerinnen des Klimawandels und hat in den letzten Jahrzehnten ihre Ver­breitungsgrenze immer weiter nach Norden erweitert, so dass sie mitt­ler­weile in ganz Sachsen zu finden ist. Die Streifenwanze saugt an den un­rei­fen Samen von Doldenblütlern wie Pe­tersilie, Möhren, Lieb­stöckel oder Fen­chel. Aufgrund ihrer Nahrungs­vor­lie­ben ist sie überwiegend im Gemü­se­gar­ten zu Hause, richtet dort aber so gut wie keinen Schaden an. Wie bei der Feu­erwanze erfolgen Paarung und Eiab­lage nach der Überwinterung ab Ende Mai, wo­bei die Eier an Pflanzen­stän­gel oder Blätter der Nahr­ungs­pflan­zen geheftet werden. Nach der Absolvie­rung der fünf Nymphen­sta­dien er­schei­­nen die ersten adulten Tie­re der neuen Gene­ration ab Au­gust, es kön­nen aber bis in den Ok­to­ber hinein auch noch nicht ausge­wachsene Tiere, also Nymphen, beo­bachtet wer­den.

Es gibt etliche Wanzenarten, wie die Garten-, die Beeren- oder die Rot­bei­nige Baumwanze, die sich haupt­sächlich von Pflanzensäften ernähren (allerdings auch die eine oder andere Blattlaus nicht verschmähen) und sich daher auch an noch unreifen Beeren, vor allem Him- oder Brombeeren, ver­greifen. Das ist vor allem deshalb un­an­genehm, weil die Früchte anschlie­ßend nicht mehr genießbar sind. Von außen ist der Schaden daran er­kennbar, dass die Früchte nicht gleich­mäßig ausgefärbt sind, da die befalle­nen Segmente nicht mehr rot bezie­hungsweise schwarz werden. Ande­re Arten treten als invasive Neozoen erst seit kurzer Zeit hier auf, so die Marmorierte Baumwanze aus Ost­asien (in Sachsen erstmals nach­ge­wie­sen in 2018) oder die Reis­wanze (ca. 2020) aus Ostafrika. Beide sind, was ihre Wirtspflanzen anbelangt, wenig wählerisch und saugen an vielen Obst- und Gemüsearten.

Jeder Bo­den profitiert von re­gel­mä­ßigen Kompostgaben, wo­bei die tat­säch­lich benötigten Mengen leicht über­­­schätzt wer­den: Abhängig von der Beschaf­fenheit des Bodens sind für die Frühjahrsdüngung 3 bis 5 Li­ter Kom­post pro Quadratmeter aus­­rei­chend. Bei Starkzehrern wie Kohl und Kartoffeln empfiehlt sich eine zweite Gabe im Laufe des Som­mers. Bei leichten Böden ver­bessert eine Zu­ga­be von Bentonit die Wasser­spei­cher­fä­hig­­­keit.­Zur Förderungeines akti­ven Bo­den­lebens emp­fiehlt es sich zu­dem, den Bo­den stets mit einer dün­nen Schicht or­ga­­ni­schen Materi­als zu mul­­chen. Ge­eignet sind Stroh, an­­ge­­welk­­ter Gras­schnitt sowie Reste von Grün­düngung oder andere grob zer­­­klei­nerte Pflan­zenteile wie Brenn­­­nes­sel- und Bein­well­blätter. Das Mul­chen erfüllt mehrere Zwec­ke: Es hält den Boden feucht, wirkt gegen Ero­­si­on und schützt vor di­rekter Sonnen­ein­strah­lung. Zu­dem bie­tet das auf­ge­legte Ma­te­rial Nah­rung für Bo­den­le­bewesen, insbe­son­dere Regen­wür­mer, die dann wieder­um neuen Hu­mus er­zeu­gen.


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