Gartentipps für März 2026

In Deutschland gibt es etwa 6.600 Käferarten, von denen 4.896 auch in Sachsen nach­gewiesen wurden. Am auffällig­sten und am einfachsten zu beobach­ten sind in unserer Anlage die Vertre­ter der Blatthornkäfer: Zum ei­nen handelt es sich meist um recht gro­ße Käfer, zum anderen sind sie tatsächlich sehr zahlreich und in vielen unterschiedlichen Arten vertreten.

Mit einer Länge von bis zu vier Zentimetern ist der Nashornkäfer der größte in Deutschland heimische Blatt­­hornkäfer. Zwar sieht man die er­wachsenen Käfer eher selten, was un­ter anderem daran liegt, dass der Nas­­hornkäfer nur einen Bruchteil sei­ner etwa fünfjährigen Lebenszeit in Kä­­­ferform verbringt, nämlich maxi­mal fünf Wochen ab Anfang Juni. Zu­dem ist er meist erst in der Däm­merung un­ter­wegs. Bis heute ist un­klar, ob die er­wachsenen Käfer über­haupt et­was essen und wenn ja, was. Die sehr zahlreich im Kompost zu fin­denden Lar­ven er­näh­­ren sich von Holz- und Pflan­zen­­fasern, die sie mit Hil­fe sym­­bi­o­­ti­scher, im Dickdarm le­ben­der Bak­­terien aufschlie­ßen und ver­­dau­­­­en können. Die Larven (En­gerlinge) ent­wickeln sich in drei Stadien über einen Zeit­raum von drei bis fünf Jah­ren, wobei sie eine maximale Län­ge von zwölf Zentimetern errei­chen können. Die anschlie­ßende Ver­puppung erfolgt in einem ungefähr hühnereigroßen Ko­kon. Na­tür­lich ist der Kom­­post nicht der ursprüngliche Le­­bens­raum des Nas­­hornkäfers. Wir ha­ben es hier mit einem oppor­tu­nisti­schen Kulturfolger zu tun, der einfach sein natürliches Habitat gegen ein men­schenge­mach­tes ein­ge­tauscht hat und damit we­sent­lich besser fährt. Früher lebten die Nas­hornkäfer in Wäl­dern und dort in abge­storbenen Ästen oder Stäm­men gro­­ßer Bäume, vor allem Eichen, wo sie sich von ver­rottetem Holz er­nähr­ten. Ei­ne weitere Verbreitung fanden sie durch den Han­del mit Eichenlohe, die zum Ger­ben verwendet wur­de. Eben­falls ein beliebter Au­fent­halts­ort sind größere Haufen aus Sä­gespänen, wie sie in Sä­gewerken und anderen holzver­ar­bei­tenden Betrie­ben anfal­len. Auch wenn die Enger­lin­ge nicht wirklich schön aussehen, fres­sen und zerset­zen sie nur to­tes Pflan­zenmaterial und sind daher Freun­de und nicht Fein­­de des Gärt­ners. Um sie zu schüt­zen, soll­te man den Kompost erst ab An­fang Mai um­setzen und durch ein gro­­bes Kompost­sieb absie­ben. Die ge­­fun­­denen Lar­ven setzt man gleich in einen frischen Kom­post­haufen zurück und deckt sie am bes­ten zu, gefun­de­ne Käfer setzt man auf lockere Erde, wo sie sich bis zum Schlüpfen wieder eingraben kön­nen.

Ebenfalls zu den Blatthornkäfern zäh­len die Rosenkäfer, von denen es gleich mehrere Arten in unserer Anla­ge gibt. Neben dem Goldglänzenden Ro­senkäfer findet man noch den Trau­errosenkäfer sowie den Bronze­grü­nen Rosenkäfer. Die Entwicklung der Lar­ven erfolgt sehr ähnlich wie beim Nas­hornkäfer, im Unterschied zu diesem sind Rosenkäfer aber tags­über unter­wegs und daher leicht zu beobachten. Die erwachsenen Käfer sitzen tat­säch­lich meistens in Rosen­blüten, wo sie sich von Pollen und anderen zarten Blütenteilen ernähren. Anders als alle anderen Käfer fliegen Rosenkäfer mit geschlossenen Deckflügeln, während das zweite darunter liegende Flügel­paar (also die häutigen „eigentlichen“ Flügel) durch eine Aussparung hinter der Schulter entfaltet wird. Aufgrund seiner schwarzgelben hum­melartigen Zeichnung sehr auffällig ist der eben­falls zu den Blatthornkäfern gehören­de Pinselkäfer. Der erwach­sene Kä­fer ernährt sich von Pollen, die Ent­wicklung der Larven erfolgt wie beim Rosenkäfer.

Beetvorbereitung im Frühjahr: So­lange es noch kalt ist, sollte die vom Herbst verbliebene Grün­dün­gung ab­ge­recht, beziehungsweise oberfläch­lich eingearbeitet wer­den. So kann sich die Grünmasse rechtzeitig vor Aus­­saatbeginn zersetzen und die ge­speicherten Nährstoffe den her­an­wachsenden Jungpflanzen zur Ver­fügung stellen. Auch für eine Kom­postdüngung ist jetzt der richtige Zeitpunkt, wobei man für leichte Bö­den mit einer Menge von acht bis zehn Litern auf den Qua­drat­me­ter rechnet. Diese ma­ximal ei­nen Zen­ti­meter dicke Schicht bie­tet eine aus­rei­chende Ver­sor­gung für alle Schwach- und Mittel­zeh­rer. Eine Zu­satzdüngung be­nö­ti­gen lediglich noch die Stark­zehrer, also Toma­ten, Kohl, Gur­­ken oder Kürbisse. Für eine erfolg­rei­che Aus­saat muss der Bo­den gut ab­gesetzt sein. Denn nur dann ha­ben sich Ka­­pil­lar­röhr­chen ge­bil­det, die Samen und Keim­lin­ge aus tie­feren Boden­schichten her­aus mit Feuch­tigkeit ver­sor­gen. Daher sollte der Boden im Früh­­ling nur ganz oberflächlich gelockert wer­den. Jede tiefere Bo­denbear­bei­tung führt zu einer Unterbrechung des Wasser­zu­flus­ses von un­ten, der durch Gie­ßen von oben nicht ersetzt werden kann: ein Vertrocknen der emp­find­lichen Keimlinge wäre die Fol­ge. An­schlie­ßend muss dann noch ein bis zwei Wochen gewartet wer­den, da­mit sich der Boden wieder setzen kann, so dass keine Hohl­räu­me zu­rück­bleiben, die das Pflanzen­wachs­tum behindern könn­ten. Wenn sich der Boden dann endlich aus­reichend erwärmt hat, in flache Rillen säen, mit lockerer Erde abdecken und an­schließend für einen besseren Bo­­denschluss den Samen mit dem Rechen gut andrücken. Spinat, Ret­tich und Dicke Bohnen können als erste gesät werden, gefolgt von Salat, Möhren und Zwiebeln am En­de des Monats.


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