In Deutschland gibt es etwa 6.600 Käferarten, von denen 4.896 auch in Sachsen nachgewiesen wurden. Am auffälligsten und am einfachsten zu beobachten sind in unserer Anlage die Vertreter der Blatthornkäfer: Zum einen handelt es sich meist um recht große Käfer, zum anderen sind sie tatsächlich sehr zahlreich und in vielen unterschiedlichen Arten vertreten.
Mit einer Länge von bis zu vier Zentimetern ist der Nashornkäfer der größte in Deutschland heimische Blatthornkäfer. Zwar sieht man die erwachsenen Käfer eher selten, was unter anderem daran liegt, dass der Nashornkäfer nur einen Bruchteil seiner etwa fünfjährigen Lebenszeit in Käferform verbringt, nämlich maximal fünf Wochen ab Anfang Juni. Zudem ist er meist erst in der Dämmerung unterwegs. Bis heute ist unklar, ob die erwachsenen Käfer überhaupt etwas essen und wenn ja, was. Die sehr zahlreich im Kompost zu findenden Larven ernähren sich von Holz- und Pflanzenfasern, die sie mit Hilfe symbiotischer, im Dickdarm lebender Bakterien aufschließen und verdauen können. Die Larven (Engerlinge) entwickeln sich in drei Stadien über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren, wobei sie eine maximale Länge von zwölf Zentimetern erreichen können. Die anschließende Verpuppung erfolgt in einem ungefähr hühnereigroßen Kokon. Natürlich ist der Kompost nicht der ursprüngliche Lebensraum des Nashornkäfers. Wir haben es hier mit einem opportunistischen Kulturfolger zu tun, der einfach sein natürliches Habitat gegen ein menschengemachtes eingetauscht hat und damit wesentlich besser fährt. Früher lebten die Nashornkäfer in Wäldern und dort in abgestorbenen Ästen oder Stämmen großer Bäume, vor allem Eichen, wo sie sich von verrottetem Holz ernährten. Eine weitere Verbreitung fanden sie durch den Handel mit Eichenlohe, die zum Gerben verwendet wurde. Ebenfalls ein beliebter Aufenthaltsort sind größere Haufen aus Sägespänen, wie sie in Sägewerken und anderen holzverarbeitenden Betrieben anfallen. Auch wenn die Engerlinge nicht wirklich schön aussehen, fressen und zersetzen sie nur totes Pflanzenmaterial und sind daher Freunde und nicht Feinde des Gärtners. Um sie zu schützen, sollte man den Kompost erst ab Anfang Mai umsetzen und durch ein grobes Kompostsieb absieben. Die gefundenen Larven setzt man gleich in einen frischen Komposthaufen zurück und deckt sie am besten zu, gefundene Käfer setzt man auf lockere Erde, wo sie sich bis zum Schlüpfen wieder eingraben können.

Ebenfalls zu den Blatthornkäfern zählen die Rosenkäfer, von denen es gleich mehrere Arten in unserer Anlage gibt. Neben dem Goldglänzenden Rosenkäfer findet man noch den Trauerrosenkäfer sowie den Bronzegrünen Rosenkäfer. Die Entwicklung der Larven erfolgt sehr ähnlich wie beim Nashornkäfer, im Unterschied zu diesem sind Rosenkäfer aber tagsüber unterwegs und daher leicht zu beobachten. Die erwachsenen Käfer sitzen tatsächlich meistens in Rosenblüten, wo sie sich von Pollen und anderen zarten Blütenteilen ernähren. Anders als alle anderen Käfer fliegen Rosenkäfer mit geschlossenen Deckflügeln, während das zweite darunter liegende Flügelpaar (also die häutigen „eigentlichen“ Flügel) durch eine Aussparung hinter der Schulter entfaltet wird. Aufgrund seiner schwarzgelben hummelartigen Zeichnung sehr auffällig ist der ebenfalls zu den Blatthornkäfern gehörende Pinselkäfer. Der erwachsene Käfer ernährt sich von Pollen, die Entwicklung der Larven erfolgt wie beim Rosenkäfer.
Beetvorbereitung im Frühjahr: Solange es noch kalt ist, sollte die vom Herbst verbliebene Gründüngung abgerecht, beziehungsweise oberflächlich eingearbeitet werden. So kann sich die Grünmasse rechtzeitig vor Aussaatbeginn zersetzen und die gespeicherten Nährstoffe den heranwachsenden Jungpflanzen zur Verfügung stellen. Auch für eine Kompostdüngung ist jetzt der richtige Zeitpunkt, wobei man für leichte Böden mit einer Menge von acht bis zehn Litern auf den Quadratmeter rechnet. Diese maximal einen Zentimeter dicke Schicht bietet eine ausreichende Versorgung für alle Schwach- und Mittelzehrer. Eine Zusatzdüngung benötigen lediglich noch die Starkzehrer, also Tomaten, Kohl, Gurken oder Kürbisse. Für eine erfolgreiche Aussaat muss der Boden gut abgesetzt sein. Denn nur dann haben sich Kapillarröhrchen gebildet, die Samen und Keimlinge aus tieferen Bodenschichten heraus mit Feuchtigkeit versorgen. Daher sollte der Boden im Frühling nur ganz oberflächlich gelockert werden. Jede tiefere Bodenbearbeitung führt zu einer Unterbrechung des Wasserzuflusses von unten, der durch Gießen von oben nicht ersetzt werden kann: ein Vertrocknen der empfindlichen Keimlinge wäre die Folge. Anschließend muss dann noch ein bis zwei Wochen gewartet werden, damit sich der Boden wieder setzen kann, so dass keine Hohlräume zurückbleiben, die das Pflanzenwachstum behindern könnten. Wenn sich der Boden dann endlich ausreichend erwärmt hat, in flache Rillen säen, mit lockerer Erde abdecken und anschließend für einen besseren Bodenschluss den Samen mit dem Rechen gut andrücken. Spinat, Rettich und Dicke Bohnen können als erste gesät werden, gefolgt von Salat, Möhren und Zwiebeln am Ende des Monats.
