Gartentipps für Juni 2026

Pflanze des Monats ist die Min­ze, von der es weltweit zwar nur et­wa zwan­zig bis dreißig Arten, gefühlt aber hun­derte von Sorten mit den aben­teu­er­lichsten Geschmack- und Duftvari­an­­ten gibt – von Eau-de-Cologne bis Scho­ko­lade. Minzen finden sich aus­schließlich in den gemäßigten Zo­nen der Nord­halb­kugel, fast alle be­vor­zu­gen einen re­la­­tiv feuchten Stand­ort. Sie gehören wie viele ande­re aroma­tische Kräuter zur Familie der Lippen­blütler, sind aber weniger at­trak­tiv für Bienen als zum Beispiel Thy­mian oder Salbei und wer­den da­her haupt­säch­lich von Flie­gen be­stäubt. Die exakte Bestimmung der einzelnen Arten ist mitunter schwierig, da sich Minzen unter­ein­­­ander leicht kreu­zen und so auch ohne mensch­liche Hilfe (al­so Züchtung) Hybri­den bilden. So handelt es sich zum Beispiel bei der 1696 in einem englischen Gar­ten ent­deckten Pfefferminze um eine na­tür­li­che Kreu­zung aus Was­­ser­min­­ze und Krauser Minze (=Spearmint, also die mit dem Kau­gum­migeschmack), wobei letz­te­re selbst schon aus ei­ner Kreu­zung von Ross- und Rund­blät­tri­ger Minze ent­stan­den ist. Alle Minzen enthalten äthe­ri­sche Öle, wie zum Beispiel Men­thol, Pu­le­gon oder Carvon in un­ter­­­­schied­licher Zu­sammen­set­zung, bei den sogenann­ten Frucht­­min­zen sorgt zudem ein höherer Ge­halt an Li­mo­nenen für den Ge­ruch nach Ber­gamotte oder an­deren Zit­rus­früchten.

Einen medizi­nischen Nutzen hat vor al­lem die Pfefferminze: Das aus ihr ge­wonnene Öl enthält antibakterielle so­wie krampflösende Wirkstoffe und wird daher unter anderem zur Be­hand­lung von Magen- oder Gallen­be­schwerden genutzt. Das beim Auf­­tragen des Öles auf die Haut her­vorgerufene Käl­­tege­fühl wirkt lin­dernd bei In­sek­ten­stichen und Kopf­schmerz und kann durch­aus eine Schmerz­ta­­blette erset­zen. Aller­dings sollte Pfef­fer­min­ze we­gen des hohen Men­thol­gehalts nicht dau­er­haft ein­ge­nommen wer­den, zur Tee­zube­reitung sind da­her andere Min­zen, die we­ni­ger oder gar kein Menthol ent­halten, zum Bei­spiel Spearmint oder die ver­schie­de­nen Fruchtminzen, bes­ser ge­eignet. Die früher auch als Heilkraut genutzte Poleiminze enthält das giftige Pulegon und sollte daher nur zu dekorativen Zwecken angebaut werden. Minze wurde schon in der An­tike kultiviert und gilt in der grie­chi­schen My­tholgie als Kraut der Gast­freundschaft. Sie findet sich auch in der Landgüter­ver­ordnung Karls des Gro­ßen von 812, wo der Anbau von Polei-, Wasser-, Ross- und Grü­ner Minze zusammen mit etwa achtzig weiteren Nutz­pflanzen auf den kaiser­li­chen Gütern vorgeschrieben wird. Ne­ben den heute noch üblichen Ver­­wen­dung­szwecken, wurde das Kraut auch als „Luftverbesserer“ (so wie ein Duft­baum im Auto) eingesetzt. Auf die Fußböden gestreut, gab es beim Drüberlaufen seinen Duft frei. Minzen bilden sehr lange Aus­läufer und soll­ten im Garten mit etwas Vor­sicht be­han­delt werden. Das heißt, man pflanzt sie entweder in einen Kü­bel (die Lösung für den sicher­heits­be­wussten Gärtner) oder an eine Stel­le, wo sie zarteren Gewächsen nicht den Platz streitig machen. Am besten ge­deihen sie in einem feuchten und nahrhaften Boden an einem halb­schattigen Standort. Minze kann wäh­rend der gesamten Wachs­tumszeit ge­­erntet und frisch verwendet werden, die Haupternte soll­­te allerdings im Juni und Juli kurz vor der Blü­te stattfinden, da zu diesem Zeitpunkt der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten ist. Zum Trocknen kön­nen einfach komplette Trie­be bo­den­nah mit einer scharfen Schere ge­schnitten werden, die Pflanzen erholen sich von einem solchen Rückschnitt schnell.

Richtiges Gießen ist vor allem im Som­­mer wichtig. Dabei muss man wis­­sen, dass ein Liter Wasser pro Qua­dratmeter eine Bodenschicht von etwa ei­nem Zentimeter Stärke durch­feuch­tet. Da sich die Haupt­wurzelzone der meisten Kultur­pflanzen in einer Tiefe von zehn bis dreißig Zentimetern befindet, sollte eine Wassergabe zwi­schen zehn und zwanzig Litern be­tragen. Nach einer solchen Gabe soll­te ei­ne an die jeweiligen Boden­ver­hält­nisse angepasste Gießpause einge­halten werden. Auch ein san­diger Bo­den ist in der Lage, 20 l Wasser pro Qua­dratmeter und zwanzig Zenti­me­ter Schichthöhe zu spei­chern. Davon ausgehend muss auch bei sommer­licher Wärme nur alle vier bis sieben Tage gegossen werden. Bei zu ge­ringer Gießmenge, bezie­hungs­­wei­se häufigem, aber nur ober­fläch­li­chem Wäs­sern mit dem Gar­ten­­schlauch verdunstet das mei­s­te Was­ser an der Boden­ober­flä­che. Da der Boden nicht ausreichend tief durchfeuch­tet wird, können auch die Wurzeln nicht in die Tiefe wachsen, mit der Folge, dass die Pflanzen schon kurze Trocken­pe­rio­den nicht mehr ohne Schädigungen über­stehen können.


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