Gartentipps für April 2026

Von den 2634 Schmetter­lings­arten, die in Sachsen nachgewiesen sind, ha­ben natürlich auch einige den Weg in unsere Anlage gefunden. Beim An­blick eines schönen bunten Schmet­ter­­lings freut man sich, darf aber nicht vergessen, dass vor dem Falter die Raupe kommt und die oft gar nicht so hübsch ist. Die Raupe des wirklich wunderschönen Segelfalters, der wie der Schwalbenschwanz zur Familie der Ritterfalter gehört, sieht im Jung­stadium aus wie Vogelkot, was natür­lich eine wirklich exzellente Tar­nung darstellt. In Anpassung an ih­re Nahrung – die Blätter ver­schie­dener Prunusarten wie zum Bei­spiel Schlehe, Pflaume oder Pfir­sich – werden die Raupen nach der ersten Häutung grün und blatt­förmig. Auch die sich von Dolden­blütlern ernährenden Raupen des Schwalbenschwanzes starten als Vogelkot-Imitation, um dann erst spä­ter ihre auffällige Färbung (Strei­fen in grün-schwarz-orange) zu entwic­keln. Hier sehen wir schon die zwei verschiedenen Tak­tiken, um als Raupe möglichst un­beschadet durchs Leben zu kommen: Tarnung durch Anpas­sung an die Umgebung oder Ab­schreckung durch Signalfarben. Zusätzlich können Ritterfalter-Rau­­pen bei Bedrohung eine zwei­zackige Nackengabel ausstül­pen, das sogenannte Osmaterium. Ne­ben der grellen Färbung in Rot oder Orange und dem allgemein be­drohlichen Aussehen verströmt das Osmaterium zudem noch einen üblen Geruch, der durch Terpene erzeugt wird. Die Raupen des Tag­pfauenauges und des Kleinen Fuch­ses wiederum leben in Gruppen in einem selbst erzeugten Gespinst und schützen sich so vor Fressfeinden. Bei Gefahr erzeugen sie zudem durch ge­meinsames synchronisiertes Zucken die Illusion eines größeren und be­drohlicheren Tieres. Beide Arten er­nähren sich ebenso von Brennnesseln wie die Raupen des Admirals und des C-Falters, die aber eine solitäre Le­bensweise bevorzugen. Schmetter­linge machen von allen Insekten die auffälligste und radikalste Metamor­pho­­se durch: Während der Zweck des er­wachsenes Falters allein die Fort­pflanzung ist, sind die Raupen primär zum Fressen und Wachsen da. Während ihrer Entwicklung häuten sie sich mehrere Male, werden größer und verändern even­tuell auch ihr Aus­sehen. Am Ende des Raupenstadiums ver­puppen sie sich und machen in der Puppenhülle eine komplette Ver­wand­lung durch, wobei man sich diesen Vorgang tatsächlich als eine Art Wie­der­auferstehung vorstellen muss. Die Raupe wird in der Puppe durch ihre ei­ge­nen Verdauungssäfte fast vollstän­dig aufgelöst – anschließend bilden sich aus der verbliebenen Protein­sup­pe und den wenigen Zellen, die diesen Prozess unbeschadet überstanden haben (den sogenannten Histioblas­ten, einer Art von Stammzellen) die in­ne­ren und äußeren Organe des Fal­ters. Das Puppenstadium dauert in der Regel zwei bis vier Wochen, wobei et­liche Schmetterlingsarten, wie Land­kärtchen, Schwalbenschwanz, Segel- und Aurorafalter, als Puppe über­win­tern und erst im Frühling aus ihrer Hülle schlüpfen. Am häufigsten über­win­tern Schmetterlinge im Rau­­pen­sta­dium, einige wenige Arten aber auch als fertiger Schmetterling, nämlich das Tagpfauenauge, Kleiner und Gro­ßer Fuchs, C-Falter, Admiral, Trau­er­man­tel und der Zitronenfalter. Von den ge­nannten Arten überwintert aber nur der Zitronenfalter ungeschützt im Frei­en, entweder in trockenem Laub auf dem Boden oder auf einem Zweig sit­zend. Das ist möglich, weil er mit Hilfe von selbst produzierten Frost­schutz­mitteln (Glycerin und Sorbit, wie in ge­panschtem Wein) den Ge­frier­punkt seiner Körperflüssigkeit auf bis zu minus zwanzig Grad ab­sen­ken kann und so auch strengere Win­ter übersteht.

Gurken können ebenso wie Melo­nen, Kürbis oder Zucchini von Mit­te April bis An­fang Mai auf der Fen­­ster­bank oder im Ge­wächs­haus vor­ge­zogen wer­den. Kür­bis­ge­wäch­se haben fla­che Wur­­zeln, die auf Ver­let­zun­gen sehr emp­find­lich re­a­gieren. Des­halb sollte aufs Pi­kie­ren ver­zichtet werden. Man sät zwei bis drei Samen direkt in einen nicht zu kleinen Topf und ent­­scheidet sich nach dem Auf­gehen für die kräf­tigste Pflanze. Mit­te Mai kann dann ins Freiland aus­ge­pflanzt wer­den. Ei­ne Start­düngung mit ge­ring dosier­tem Flüs­­sigdünger hilft beim An­wach­sen. Vor allem bei Zucchini und Gur­ken kann aber aufs Vorziehen auch gut ver­zich­tet werden, eine Direktsaat bei aus­reichend er­wärmten Boden ist ein­facher und führt allenfalls zu einer leich­ten Ver­zö­ge­rung des Ernte­be­ginns.

Rosen werden zum Zeitpunkt der For­­sy­thienblüte abgehäufelt und ge­schnit­­ten. Jetzt kann man am be­sten sehen, welche Trie­­be durch Frost be­schädigt wur­den und den Schnitt ent­­spre­chend vorneh­men. Da­bei wird immer über einer nach au­ßen wei­sen­den Blattknospe ge­schnit­ten. Bei Strauch- und Klet­ter­­­rosen können über­­alterte Triebe boden­nah her­aus­ge­­nommen wer­den, um Platz für jungen Wuchs zu schaf­fen. Gleich­zeitig sollte auch gedüngt wer­den.


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