Gartentipps September 2021

Viele Beete sind im September schon abgeernet und liegen dann oftmals bis zum nächsten Frühling nackt und un­geschützt da. Umgraben ist bei un­seren leichten Sandböden unnötig und führt dazu, dass dem Boden Nähr­stoffe verloren gehen. Eine wesentlich bes­sere Me­tho­de, den Gartenboden gut über den Win­ter zu bringen, ist die Aussaat von Gründüngung. Die Pflan­zen begrünen den Boden und schüt­zen ihn gleichzeitig vor extremen Wit­terungsverhältnissen, wie zum Bei­spiel Starkregen. Erosion, Ver­­krus­tung und Ver­schläm­mung werden ver­hindert. Die im Bo­den ge­spei­cher­ten Nährstoffe werden nicht durch Regen aus­gewaschen, son­dern ste­hen den Pflanzen auch in der neuen Sai­son zur Verfü­gung. Durch die zusätzliche Biomasse wird der Boden mit weiteren Nährstoffen an­ge­reichert, wo­von die nützlichen  Bo­denlebe­we­sen profitieren. Durch die inten­sive Durch­wur­zelung wird der Boden sowohl tiefgündig ge­lockert als auch das aufkom­mende Unkraut un­ter­drückt. Die Humusbildung wird gefördert, so dass der Boden Wasser und Nährstoffe besser speichern kann. Für die Gründüngung können – je nach Zweck und Boden – ver­schie­­de­­­ne Pflanzen eingesetzt wer­den, im Handel sind auch fertig zu­sam­men­gestellte Mischungen, wie zum Beispiel das Landsberger Gemenge aus Weidelgras, Inkar­nat­­klee und Win­terwicken erhält­lich. Legumino­sen, wie Lupinen, Wicken und Klee loc­kern den Boden nicht nur beson­ders gut, sondern reichern ihn zu­sätzlich mit Stickstoff an. Wich­tig ist allerdings auch hier die Be­ach­tung der Frucht­folge, weswegen man im Gemü­se­garten auf Kreuz­blütler wie Senf, Ölrettich oder Raps zur Grün­dün­gung verzichten soll­te. Durch ihre enge Verwandschaft mit den Kohl­ge­wächsen fördern sie auch die Ver­breitung der gleichen Krank­heiten. Wenn man lieber auf Num­mer Sicher gehen will, bieten sich daher eher fruchtfolgeneutrale Aus­saaten wie Pha­celia (ein Wasser­blattgewächs) oder auch Buch­­wei­zen (ein Knöterich­ge­wächs) an. Gün­stig ist auch Feld­sa­lat, der als einziges Baldrian­ge­wächs unter den Gemüsen nur mit sich selber ein Problem hätte (und den man außerdem es­sen kann). Wichtig ist es, die Gründüngung bis zum Frühjahr auf dem Beet zu belassen. Dann können die abge­frorenen Reste eingearbeitet werden.

Bis zur Monatsmitte ausgesäte Kul­turen von Spinat, Kerbel, Pflück- und Schnittsalat sowie Rucola und Feld­salat können noch im Herbst ge­erntet werden, beziehungsweise im Falle von Spinat und Feldsalat auch zur Über­winterung angebaut wer­den. Zur Win­terernte und zur Vita­min­­­ver­sorgung im zeitigen Frühjahr eignen sich zudem Winterportulak, Löffel- und Barbara­kraut. Auch Ra­dies­chen kön­­nen bis Ende des Monats noch gesät wer­den mit dem zu­sätz­lichen Vorteil, dass jetzt kaum mehr mit Schäd­lings­befall ge­rech­net wer­den muss. Wichtig ist die Ver­wen­dung schnell­wachsender Sor­ten und we­gen der nach­las­sen­den Licht­in­ten­sität ein wei­­terer Abstand als im Som­mer.

Saatgut muss nicht unbedingt jedes Jahr neu gekauft werden. Von bewährten Sorten können Samen auch im eigenen Gar­­ten ge­won­nen werden. Gut geeignet sind viele ein­jährige Sommerblumen, Kräuter und ver­schie­dene Gemüse­ar­ten, wie zum Beispiel Bohnen oder Tomaten. Vor­aus­setzung für die Eigen­ernte ist die Ver­­wendung sa­men­­echter Sor­ten, denn nur sie ga­­ran­tieren identische Nachkom­men.

Als Asiagemüse bezeichnet man eine Reihe schnell­wach­sender Kohl­sorten, die auch jetzt noch mit gu­tem Er­folg angebaut werden kön­nen. Am be­kanntesten ist sicher­lich der China­kohl, der seine Herkunft schon im Na­men trägt. Er ist aus einer Kreuzung von Speiserübe und Senf­kohl ent­standen und wird in Chi­na schon sehr lange angebaut. Von dort aus ver­brei­tete er sich nach Ja­pan und Korea – wo aus ihm die ko­re­a­ni­sche Version des Sauerkrauts Kimchi her­ge­stellt wird – und gelangte gegen En­de des 19. Jahrhunderts auch nach Euro­pa und Nordamerika. Chinakohl ist relativ kälteverträglich und kann da­her lange auf dem Beet stehen­ge­lassen und von dort frisch geerntet wer­den. Es gibt ihn in einer gan­­zen Reihe von Sorten, die auch nicht alle so zartgelb bleich sind wie die aus dem Supermarkt. Mitt­lerweile gibt es sogar Züch­tungen in roter Far­be, es sind aber auch traditionelle chi­ne­si­sche Sorten erhältlich, die nicht so groß wer­­den, sehr schnell wach­sen und ei­nen eher lockeren Kopf bil­den. Eben­falls recht bekannt ist der Pak Choi, ein naher Ver­wand­ter des Chi­na­kohls, der mit sei­nen hel­len Blatt­rip­pen und den dun­kelgrün ge­färbten Blättern ein biss­chen wie Man­gold aus­­sieht. Er schmeckt mild und kna­ckig mit einer leichten Senf­schärfe und kann sowohl roh als auch kurz ge­gart genossen wer­den. Als Salat oder schnell ge­machtes Gemü­se können  diverse Sorten des Blattsenfs mit Namen wie Mizuna oder An Choi zubereitet werden. Sie schmecken recht pikant und eignen sich gut als Begleitung zu Nudeln oder Reis. Alle Kohlarten sind Starkzehrer, die einen nährstoffreichen, ausrei­chend feuch­ten Boden verlangen, der regelmäßig gehackt und gedüngt werden sollte.


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