Gartentipp für Mai 2022

Nach den Eisheiligen können endlich auch alle kälteemp­find­lichen Pflan­­­­zen un­be­sorgt ausge­pflanzt, bezie­hungs­weise gesät werden. Busch- und Stan­gen­­­boh­nen sind beide ertrag­reich und machen wenig Ar­beit. Bei un­gün­stigen Bedingungen verzö­gert sich allerdings die Keimung und die Pflan­zen wer­­den an­fällig für Pilz­in­fek­tionen und andere Schädlinge. Des­halb wartet man mit der Aus­saat am besten, bis sich der Bo­den dauerhaft auf eine Tempe­ratur von über zehn Grad er­wärmt hat. Die Bohnen wachsen anschließend umso schnel­­ler. Alternativ kann bei un­gün­stiger Witterung auch zunächst im Haus in Einzeltöpfe vorgesät und dann nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden. Busch­bohnen werden bei Direktsaat am be­sten in Horsten von fünf bis sieben Samen ausgelegt: So kön­nen sich die Pflanzen gegen­seitig stüt­­zen und auch das Anhäufeln geht leichter. Die Saattiefe sollte dabei höch­stens drei Zentimeter be­tra­gen. Für eine leich­te­re Ernte empfehlen sich die soge­nann­ten „Glucken­typen“, bei denen die Boh­nen nicht vom Laub verdeckt werden. Bei Stangenbohnen legt man bis zu neun Samen um eine Stange. Junge Boh­nen­pflanzen sind bei Schnecken sehr beliebt und soll­ten daher in der ersten Zeit nach dem Aufgehen gut geschützt wer­den. Besonders zart und schmack­haft (und hübsch!) sind blau­hülsige Sor­ten, die sich erst beim Kochen mit einem lei­sen Knall grün färben (Busch­bohnen „Pur­ple Tee­pee“ oder „Royal Burgun­dy“, Stan­genbohne „Blau­hilde“). Feu­er­­bohnen wachsen auch bei nie­dri­ge­ren Tem­peraturen sehr schnell und kön­­nen da­her mit ihren schönen roten oder wei­ßen Blü­ten auch gut als de­korativer einjähriger Sichtschutz ver­wendet wer­­den. Eben­falls sehr gut für diesen Zweck geeignet sind die dunkel­vio­let­ten Helmbohnen (Lablab purpu­reus), die unter geeigneten kli­ma­ti­schen Be­dingungen bis zu 10 Meter hoch ranken können, sich hier­zu­lande aber meistens mit Höhen um die zwei Meter begnügen. Aus der asiatischen Küche stammt die Spargel- oder Meter­boh­ne (Vigna unguiculata), die zarte grü­ne Hülsen von bis zu 90 Zenti­me­tern Länge ausbilden kann, aber hohe Ansprüche bezüglich Temperatur und Feuch­tigkeit stellt.

Auch die selbst vorgezogenen oder ge­kauf­ten Tomatenpflanzen können nach den Eisheili­gen end­lich nach draußen gepflanzt wer­den.  Dabei sollte man entwe­der auf gegen Braunfäule resi­stente Sorten, wie zum Beispiel ‚Philo­vita‘ oder ‚Phantasia‘ setzen oder für einen guten Regen­schutz sorgen. Gurken, Zucchini und Kürbisse sät man wegen ihrer empfindlichen Wurzeln besser direkt ins Beet, sie wachsen ohnehin so schnell, dass ein Vorziehen einfach nicht nötig ist.

Zuckermais schmeckt lecker und sieht im Garten auch noch gut aus. Zudem ist er aus­ge­sprochen pflege­leicht und kaum anfällig für Krank­heiten. Sein dich­­ter und hoher Wuchs schützt wind­­­em­pfindliche Gur­ken oder Melo­nen. An seinen starken Stielen kön­nen Boh­nen emporranken, die wie­derum den Stickstoffbedarf des Maises sichern. Eine traditionelle An­baume­tho­de aus Mittelamerika sind die sogenannten „drei Schwestern“, das heißt der gemein­sa­me Anbau von Mais, Bohnen und Kürbis. Als Wind­bestäuber ge­deiht Mais am bes­ten in sonniger, windiger Lage auf hu­mo­sem Boden. In rauheren Lagen oder bei schwe­rem Boden empfiehlt sich eine Vor­an­zucht im Topf, bei uns führt aber auch die Direktsaat normalerweise zu sehr zu­frieden­stel­lenden Ergebnis­sen. Gün­stig ist eine Aus­saat in Blöcken von mindestens zwölf Pflan­zen mit einem Abstand von etwa 40 Zen­ti­me­tern bei einer Saat­tiefe von 3 bis 4 Zen­ti­me­tern.

Leider bei uns nicht win­terhart und daher am besten als Kü­belpflanze zu ziehen (oder jedes Jahr neu zu pflan­zen), sind die aus Mit­tel­amerika stam­­men­den Frucht­sal­bei­arten mit ihren wei­­chen nach Ana­nas oder Me­lo­ne duf­­tenden Blättern und weithin sicht­baren leuchtendroten Blü­ten. Ei­ne wei­tere mittel­ameri­ka­nische Sal­bei­­­art ist die blaublühende Mexi­ka­nische Chia (Salvia hispanica), de­ren Samen im­mer wieder als Super­food geprie­sen werden. Es handelt sich um eine ein­jährige, fast zwei Meter er­reichen­de Art, die zwar in ei­nem normalen deut­schen Sommer kaum zur Blüte kommt, sich aber her­vorragend als Gründünger eignet und nebenbei noch einen sehr guten Windschutz zum Beispiel für Gurken bietet. Um eine einheimische Art handelt es sich beim Klebrigen Salbei (Salvia glutinosa), der sich neben einer sehr schönen hellgelben Blüte vor allem durch seine Vorliebe für ei­nen mindestens halbschattigen Stand­ort auszeichnet. Man pflanzt ihn am besten unter einen Baum, wo er sich ungestört zu einer ausladenden Stau­de auswachsen kann.


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